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Glaubenskrise – Eine Chance?

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die einem regelrecht den Boden unter den Füßen wegreißen und in eine tiefe Glaubenskrise stürzen. Menschen sagen etwas zu dir, bewusst oder unbewusst, und in dir löst diese Aussage eine regelrechte Krise aus. Mir ging es erst dieses Jahr so. Eine Phase, in der bei vielen Menschen durch den langen Lock Down die Nerven blank lagen, führte zu einer der schwersten Glaubenskrisen meines Lebens.
Auslöser war ein einziger Satz. Ein Satz, der eigentlich positiv gemeint war, bei mir aber eine alte Verletzung aufgerissen und mich in eine der schwersten Glaubenskrisen gestürzt hatte, die ich jemals erlebt habe.

 

Glaubenskrise

Dabei geht es gar nicht so sehr um die Frage, was genau vorgefallen war. Viel wichtiger ist, warum dieser eine Satz dazu führen konnte, dass ich in eine solch tiefe Krise gefallen war. Und warum hat Gott diese Krise zugelassen?

Schließlich hätte das auch dazu führen können, dass ich vom Glauben abfalle, mich wieder von Gott abwende und damit vielleicht sogar meine Ehe gefährdet hätte.

Gott hätte ja verhindern können, dass dieser Satz überhaupt ausgesprochen wird. Er ist allmächtig und kann doch sicher auch steuern, was jemand ausspricht – und was nicht.
Ja, das hätte er. Er hat es aber nicht. Und das hat auch einen Grund.

Nicht immer finden wir diese Gründe sofort heraus und manchmal verstehen wir nie, warum Gott bestimmte Situationen zulässt.

Wenn Angst das Leben bestimmt – Verborgene Gefühle

Als ich vor 3 Jahren damit begonnen habe, über das Thema „Geistlichen Missbrauch“ zu recherchieren und mich nach mehreren Monaten der Recherche und Begleitung durch eine Bekannte entschieden hatte, der Heimatgemeinde meines Mannes eine Chance zu geben, bin ich einen für mich sehr großen, und gleichzeitig sehr schweren, Schritt gegangen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mit Tränen in den Augen und einem hochroten Kopf vor der Gemeinde stand und ich mir teilweise völlig fremde Menschen gebeten habe, mir zu helfen. Mir war klar, dass ich nur in der Lage sein werde Halt zu finden, wenn die Menschen in meinem Umfeld von meiner Vergangenheit wussten. Doch was mich in den darauffolgenden Jahren erwarten würde, darauf war ich nicht im Geringsten vorbereitet.

Ein Auf und Ab der Gefühle folgte und im Frühjahr 2020 war ich der Überzeugung, die schwierige Anfangsphase überstanden zu haben.

Doch eines hatte ich noch nicht überwunden: Angst!

Die Angst, dass irgendetwas passiert, ich Hilfe benötige und stattdessen alleingelassen werde. Diese Angst war immer präsent und hat mein Leben nach wie vor bestimmt.

An manchen Tagen war ich wie gelähmt, kam innerlich kaum zur Ruhe und konnte oft nächtelang nicht richtig schlafen. Nachdem ich nahezu mein ganzes Leben lang gelernt hatte, Gefühle zu verbergen, war ich auch diesmal in der Lage, mein Gefühlsleben zu verstecken und zeigte mich von der gutgelaunten, optimistischen Seite. Monatelang hat niemand bemerkt, wie es mir wirklich ging.

Die Glaubenskrise wird zur Bewährungsprobe – Gott bricht den Widerstand         

Und dann ist dieser eine Satz gefallen. Gut gemeint, sollte er eigentlich den Beginn von etwas signalisieren, auf das ich lange gewartet hatte.

Doch anstatt das positive darin zu sehen, befand ich mich von jetzt auf gleich in einer Situation, die nahezu 1:1 schon einmal passiert war. Und es fiel fast wörtlich derselbe Satz, der mich vor 20 Jahren geradewegs in einen Alptraum manövriert hatte.

Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie ich mich gefühlt habe. Panik kam hoch, ich hatte das Gefühl, dass mir jemand den Boden unter den Füßen weggerissen hatte und ich in ein unendlich tiefes Loch fiel. Kein Halt, nichts, was greifbar gewesen wäre.

Mein Vertrauen in Gott war auf einem absoluten Tiefpunkt. Ich war drauf und dran, alles hinzuschmeißen.

Dann allerdings hat Gott mich an etwas erinnert. Vor rund 2,5 Jahren habe ich eine Predigt gehört mit dem Titel „Jetzt reicht´s!“. Wir kennen diesen Ausruf. Häufig in Zusammenhang mit unseren Kindern oder dann, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten.

Doch bei dieser Predigt gab Gott mir eine Zusage. Der Prediger hatte damals aus diesem Ausruf eine Zusage gemacht. Der Satz „Es reicht, das was du erlebt hast, liegt hinter dir. Es ist vorbei!“ klingt mir noch heute in den Ohren. Denn mit diesem Satz hat Gott mir zugesagt, dass alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, vorbei ist.

Als ich im März dann in dieser schweren Krise war, habe ich Gott an seine Zusage genagelt (ja, das dürfen wir machen!) und das Gespräch mit der Person gesucht, die diesen Satz ausgesprochen hatte.

Gott hatte meinen inneren Widerstand gebrochen!

So wurde die Glaubenskrise zum Neuanfang

Ja, die Krise war heftig. Die Monate, die auf diesen Zusammenbruch folgten, haben aber auch gezeigt, dass Gott seine Zusage einhält.

Ich hatte erwartet, dass Menschen mich fallen lassen und ich alleine dastehe. Das ich wieder einmal als Einzelkämpfer bestehen muss, ich von anderen verurteilt werde und mir mein Glaube an Gott abgesprochen wird.

Das, was ich erlebt habe, war allerdings genau das Gegenteil.

In dem Moment, in dem ich Gottes Zusage für mein Leben angenommen und ihm und den Menschen in meinem Umfeld einen Vertrauensvorschuss gegeben habe, hat sich ein Netz unter mir aufgespannt in das ich fallen konnte.

Da waren Menschen, die sich innerhalb weniger Minuten für mich Zeit genommen haben, um mir zuzuhören. Menschen, die sich im richtigen Moment nicht abwimmeln haben lassen, als noch einmal Panik aufkam und ich weglaufen wollte.

Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mir erklärt, dass es ok ist, zu zweifeln. Dass es in Ordnung ist, wenn der Glaube mal nicht so stark ist und man mit Gott hadert.

Da waren Menschen, die mich im Gebet getragen haben und ich durfte eine Liebe und Geborgenheit spüren, wie ich sie bis dahin nicht kannte.

Darum lässt Gott Glaubenskrisen zu

Fragst du dich manchmal, warum Gott es zulässt, dass wir Glaubenskrisen durchleben und unser ganzes Leben dadurch aus den Fugen gerät?

Ich kann heute nicht für jeden Menschen sprechen, nur für mich.

Aber ich kann dir sagen, dass Gott immer einen Grund hat, warum er diese Krisen in deinem Leben zulässt.

In meinem Leben war diese schwere Glaubenskrise notwendig, damit mein letzter innerer Widerstand gebrochen wurde und mein Vertrauen in Gott wiederhergestellt werden konnte.

Und wenn du dich in der Bibel umschaust, dann wird dir schnell auffallen, dass bereits lange vor Jesu Geburt Menschen in schwere Krisen geraten sind und dadurch eine tiefere Beziehung zu Gott aufbauen konnten.

Noch vor wenigen Monaten hat Angst mein Leben bestimmt. Eine Angst, die mich zeitweise gelähmt und davon abgehalten hat, im Glauben zu wachsen und Menschen dabei zu helfen, näher zu Gott zu finden.

Heute bin ich frei von dieser Angst und durfte erleben, dass Gott mich in eine Gemeinde gestellt hat, in der mein gebrochenes und verletztes Herz heilen durfte und sicher auch noch weiter heilen darf.

Und wenn du dich mal in einer schweren Glaubenskrise befindest, dann erinnere dich daran, dass Gott alles in der Hand hat. Auch dich!

Das bin ich

Glaubenskrise heiliger geist mastermind wartest Natur Seelsorge Resilienz Think positive ! Das Charakter-Umprogrammierprogramm frei

Das bin ich:
Ich heiße Melanie, bin fast 41 Jahre alt, habe drei wundervolle Kinder und einen ebenso wundervollen Ehemann. Beheimatet bin ich in Treuchtlingen und nenne die Landeskirchliche Gemeinschaft mein geistliches Zuhause.

Mein Ausbildung:
Familienberaterin seit 2008.
Aktuell: Theologiestudium

Meine Vision:
Ich helfe Menschen, die Fesseln der Vergangenheit zu lösen und in ihre Berufung einzutreten. In Form von Workshops, Einzelberatung und über Bücher. In naher Zukunft kannst du auch Podcasts von mir hören und meine Bücher als Hörbuch downloaden.

Ein Gedanke zu „

  1. Sehr interessante u gute Gedanken.
    Hoffe, du erfreut dich weiter an der Lkg … Shalom u Gott befohlen
    HEIDE

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